23. September 2026

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HÖR AUF, WASSER ZU KAUFEN! WARUM KONZERNE DICH FÜR REGENWASSER BEZAHLEN LASSEN!

 

Wem gehört eigentlich das Wasser, das Sie jeden Tag aus einer Plastikflasche trinken?

In Deutschland wird Grundwasser als öffentlich geschützte Ressource behandelt, doch Unternehmen können unter bestimmten Voraussetzungen Genehmigungen zur Entnahme erhalten. Die dafür verlangten Wasserentnahmegebühren unterscheiden sich je nach Bundesland erheblich – während eine Flasche Mineralwasser im Handel ein Vielfaches des Wertes erzielt, den das Wasser als Rohstoff bei der Entnahme hat.

Diese Dokumentation untersucht die wirtschaftlichen und politischen Strukturen hinter dem Mineralwassermarkt. Im Mittelpunkt stehen Unternehmen wie Nestlé, Danone und Coca-Cola, die weltweit große Teile des Geschäfts mit abgefülltem Wasser kontrollieren. Dabei geht es um Wasserrechte, Entnahmegebühren, Quellen, Marken und die Frage, wie viel des wirtschaftlichen Wertes einer natürlichen Ressource tatsächlich bei der Region bleibt, aus der sie stammt.

Gleichzeitig existiert ein scheinbarer Widerspruch: Während öffentliche Wasserversorger Milliarden in Infrastruktur und die Aufbereitung von belastetem Grundwasser investieren, können private Unternehmen besonders geschützte und hochwertige Quellen kommerziell nutzen. Das deutsche Nitratproblem zeigt dabei, wie die Kosten von Umweltbelastungen auf die Allgemeinheit übertragen werden können, während der wirtschaftliche Wert sauberer Wasserressourcen privat genutzt wird.

Die Geschichte reicht jedoch weit über Deutschland hinaus. Von der Wasserkrise in Cochabamba über die Privatisierung der Wasserversorgung in England und Wales bis zu den internationalen Debatten über Nestlé und Wasserrechte zeigt sich immer wieder dieselbe grundlegende Frage: Ist Wasser ein Gemeingut, ein Menschenrecht oder eine wirtschaftliche Ressource?

Im Jahr zweitausendzehn erkannte die UN-Generalversammlung den Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung als Menschenrecht an. Doch welche rechtlichen Konsequenzen hat diese Erklärung tatsächlich? Und was passiert, wenn ein lebensnotwendiges Gut gleichzeitig als Ware auf einem globalen Markt gehandelt wird?

Von der Dorfquelle zum internationalen Mineralwasserkonzern: Wem gehört das Wasser – und wer entscheidet, was es wert ist?