16. Oktober 2026

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Der größte Vulkan Mitteleuropas ist kein Vulkan

 

Auf Wanderkarten, auf Ortsschildern und in der Werbung heißt er seit Jahrzehnten der Vulkan Vogelsberg. Zweitausendfünfhundert Quadratkilometer Vulkangestein, fast genau die Fläche des Saarlands, das größte zusammenhängende Vulkangebiet Mitteleuropas. Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie schreibt dazu einen Satz, der sich in behördlichen Texten selten so klar liest: Ein Schildvulkan ist der Vogelsberg allerdings nicht.

Fünfzehn Fakten, rückwärts gezählt: über ein Gebirge, auf dem man vergeblich nach einem Krater sucht — über Schmelzen, die aus mehr als fünfzig Kilometern Tiefe kamen — über zwei chemisch verschiedene Magmenfamilien in ein und demselben Berg — über Böden und Seeablagerungen zwischen den Lavaschichten, die verraten, wie lange hier jeweils nichts geschah — über eine Forschungsbohrung, die nach sechshundertsechsundfünfzig Metern immer noch im Vulkangestein steckte — und über die Frage, warum der höchste Punkt fünfzehn Kilometer neben der Mitte steht.

Zur Einordnung: Die Gesamtfördermenge an vulkanischen Produkten im Vogelsberg ist unbekannt, und das ist keine vorsichtige Formulierung, sondern der Stand des Landesamts. Auch die Altersangaben gehen zwischen verschiedenen Darstellungen derselben Behörde auseinander, und selbst das Jahr der wichtigsten Forschungsbohrung wird unterschiedlich angegeben; beides wird im Film offengelegt. Die gelegentlich zu lesende Angabe von zweitausendfünfhundert Kubikkilometern ist ein Einheitenfehler, gemeint ist Fläche. Und die verbreitete Bezeichnung als größter Vulkan Europas lässt sich mit behördlichen Quellen nicht belegen.