Der Journalist Dan Dicks von „Press for Truth“ hat eine Reihe von Verbindungen zwischen dem kanadischen Premierminister Mark Carney, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischen König Charles III. zusammengetragen. Für Dicks werfen diese personellen, politischen und finanziellen Verflechtungen grundsätzliche Fragen auf: Wer sind diese mächtigen Akteure, welche Netzwerke umgeben sie – und welchen Interessen dienen sie?
Macron: Vom Klassenzimmer zum Rothschild-Bankier
Emmanuel Macrons Weg an die Spitze Frankreichs verlief ungewöhnlich. Bereits als Teenager begann seine Beziehung zu seiner damaligen Lehrerin Brigitte Trogneux, die zu diesem Zeitpunkt 39 Jahre alt, verheiratet und Mutter von Kindern war.
Nach seinem Studium führte Macrons Karriere schließlich zur Investmentbank Rothschild & Cie in Paris, wo er schnell aufstieg und an großen Geschäften beteiligt war. Seine Zeit bei Rothschild wurde zu einer wichtigen Station auf seinem Weg in die französische Politik.
Kritiker behaupten seit Jahren, Macron sei nicht allein durch eigene politische Arbeit an die Spitze gelangt, sondern von einflussreichen Netzwerken gefördert worden, die in ihm den geeigneten Vertreter ihrer politischen und wirtschaftlichen Interessen gesehen hätten. Seine Tätigkeit bei Rothschild und sein anschließender schneller Aufstieg in höchste politische Ämter bilden dabei einen zentralen Bestandteil dieser Kritik.
Carney: Vom Zentralbanker zum Premierminister – und der Eid auf die Krone
Auch Mark Carneys Karriere führt durch die höchsten Ebenen des internationalen Finanzsystems. Er war zunächst Gouverneur der Bank of Canada und anschließend Gouverneur der Bank of England, bevor er schließlich kanadischer Premierminister wurde.
Bei seinem Amtsantritt als Mitglied des kanadischen Privy Council legte Carney einen Treueeid auf König Charles III. ab. Dieser Eid gehört zum kanadischen Verfassungssystem und bindet Mitglieder des Kronrats formal an den Monarchen.
Dicks stellt genau diese Konstruktion infrage: Wie ist eine solche Loyalität gegenüber der Krone mit der politischen Verantwortung gegenüber der kanadischen Bevölkerung zu verstehen?
Zusätzlich kursiert ein Foto, auf dem Carney gemeinsam mit Ghislaine Maxwell zu sehen sein soll. Maxwell wurde später wegen ihrer Rolle bei der Rekrutierung und dem Missbrauch minderjähriger Mädchen im Umfeld Jeffrey Epsteins zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Für Dicks ist das Foto ein weiteres Element in einem Geflecht persönlicher Kontakte, das genauer betrachtet werden müsse.
König Charles und ein Netzwerk bekannter Namen
Im Zentrum dieser Verbindungen steht auch König Charles III. Über Jahre hinweg hatte Charles Kontakt zu Jimmy Savile, dem britischen Fernsehstar, der nach seinem Tod als einer der schwersten Sexualstraftäter der jüngeren britischen Geschichte entlarvt wurde.
Veröffentlichte Briefe dokumentieren den Kontakt zwischen Charles und Savile. Savile wurde vom damaligen Prinzen sogar um Rat gebeten. Spätere Untersuchungen beschäftigten sich ausführlich damit, wie Savile jahrzehntelang Zugang zu mächtigen Institutionen und prominenten Persönlichkeiten erhalten konnte, während sein sexueller Missbrauch unentdeckt beziehungsweise ohne strafrechtliche Konsequenzen blieb.
Daneben existieren Bilder von Charles mit dem britischen Bankier Evelyn de Rothschild. Dicks verweist außerdem auf Verbindungen zum Medienunternehmer Robert Maxwell, dem Vater von Ghislaine Maxwell.
Robert Maxwell wurde zu Lebzeiten und nach seinem Tod immer wieder mit Geheimdiensten sowie undurchsichtigen Finanzgeschäften in Verbindung gebracht. Seine Tochter Ghislaine gehörte später zum engsten Umfeld Jeffrey Epsteins und wurde wegen ihrer Beteiligung an dessen Missbrauchssystem verurteilt.
Damit treffen in diesem Umfeld Namen aus Königshaus, Hochfinanz, Medien, Politik und dem Epstein-Komplex aufeinander.
Die Tavistock-Verbindung und die „neue Weltordnung“
Dicks verweist darüber hinaus auf ein persönliches Detail aus Carneys Familie: Seine älteste Tochter Sasha besuchte die Tavistock-Klinik in London. Die dortige Gender Identity Development Service (GIDS) geriet wegen der Behandlung Minderjähriger massiv in die Kritik und wurde schließlich in ihrer bisherigen Form geschlossen beziehungsweise durch ein neues Versorgungsmodell ersetzt.
Hinzu kommt eine politische Aussage Carneys, die Dicks besonders hervorhebt. Carney sprach gemeinsam mit Macron über eine neue Weltordnung beziehungsweise eine neue internationale Ordnung, bei deren Gestaltung Europa eine zentrale Rolle spielen solle.
Für Dicks fügt sich dies in ein größeres Muster: Führende Politiker und Vertreter internationaler Institutionen sprechen offen über eine grundlegende Neuordnung der geopolitischen und wirtschaftlichen Strukturen der Welt – während sich die Frage stellt, welchen Einfluss die Bevölkerung auf diese weitreichenden Veränderungen tatsächlich besitzt.
Was hinter den Verbindungen steckt
Der Kern von Dicks‘ Argumentation richtet sich deshalb nicht gegen eine einzelne Person, sondern gegen das dahinterliegende Geflecht.
Kanadas Premierminister stammt aus der internationalen Zentralbank- und Finanzwelt und hat als Mitglied des Privy Council dem britischen Monarchen die Treue geschworen. Ein Foto bringt ihn mit Ghislaine Maxwell in Verbindung. Macron machte einen entscheidenden Teil seiner Karriere bei Rothschild, bevor er in erstaunlichem Tempo in die höchsten politischen Ämter Frankreichs aufstieg. König Charles wiederum hatte dokumentierte Kontakte zu Jimmy Savile und bewegte sich seit Jahrzehnten in Kreisen internationaler Finanz- und Machteliten.
Fotos, persönliche Kontakte, Bankerkarrieren, Königshaus und exklusive politische Zirkel beweisen für sich genommen keine gemeinsame Verschwörung. Sie zeigen jedoch jene engen gesellschaftlichen und institutionellen Verbindungen, auf die Dicks aufmerksam machen will.
Seine zentrale Frage lautet deshalb, wie weit politische Macht, Finanzwelt und gesellschaftliche Eliten tatsächlich miteinander verflochten sind – und ob eine solche Machtstruktur noch ausreichend von den Bürgern kontrolliert wird.
Am Ende stellt Dicks eine einfache Frage:
Ist das das Land, das du der nächsten Generation hinterlassen möchtest?
