1913 wird bei Schneeberg im Erzgebirge ein alter Silberstolln wieder geöffnet. Seit der Stilllegung 1856 war er 57 Jahre lang verschlossen. Hinter einer Verfüllung findet die Mannschaft eine Strecke, die aussieht, als hätten die Bergleute ihre letzte Schicht gerade erst verlassen. Warum blieb dieser Teil der Grube unzugänglich?
Die Bergamtsakte nennt erschöpfte Erzmittel. Doch die Grube wurde weiter in Fristen gehalten. Eine Erinnerung aus einer Bergmannsfamilie behauptet, die letzte Schicht habe gutes Erz zurückgelassen und den Gang verschlossen. Beim Freiräumen kommen zurückgelassene Werkzeuge und beladene Hunte zum Vorschein. An der Wand verläuft noch ein schmaler Erzgang.
Wir folgen der schriftlichen und der mündlichen Spur bis zur Befahrung und zum Vergleich mit dem alten Grubenriss von 1914. Auch die sachliche Gegenfrage gehört dazu: Konnte Erz vorhanden, aber nicht mehr wirtschaftlich abbaubar sein? Und diente die Verfüllung einfach der Sicherung?
Warum wurde der Stolln 1856 verschlossen, während die Grube noch Jahrzehnte in Fristen blieb? Welche Erklärung überzeugt Sie? Schreiben Sie es in die Kommentare.
Diese Dokumentation stützt sich auf historische Aufzeichnungen, archäologische Forschung und lokale mündliche Überlieferung. Sie stellt belegte Befunde neben Fragen, die bis heute offen sind. Wo sich die Darstellungen unterscheiden, werden beide gezeigt. Nichts davon wird als abschließendes Ergebnis behauptet.
