Im Mai 1912 taucht eine Bergungsmannschaft in den Achensee, um einen im Sturm gesunkenen Lastkahn zu heben. Den Lastkahn findet sie am zweiten Tag. Achthundert Meter weiter nördlich und dreißig Meter tiefer findet der Helmtaucher Emmerich Wallner etwas anderes: einen genieteten eisernen Körper, vierzehn Meter lang, mit geschmiedeten Bändern, geflanschten Stutzen und vier Handrädern — und ohne jede Kennzeichnung. Nach den Vorschriften der Monarchie durfte ein Druckbehälter dieser Größe ohne Stempel nicht existieren.
Zwei Aufzeichnungen laufen nebeneinander her. Die eine ist behördlich: das Arbeitsprotokoll der Bergungsmannschaft, die Korrespondenz der k.k. Statthalterei in Innsbruck und eine Untersuchung der k.k. Geologischen Reichsanstalt, die die Seekreide über dem Fund vermisst. Die andere ist mündlich: die Fischer von Buchau setzen über einer bestimmten Stelle keine Netze und nennen den Grund dafür das Eisen im See — ein Satz, der bereits 1859 bei Ignaz Vinzenz Zingerle gedruckt steht, dreißig Jahre bevor die erste Zahnradbahn ins Achental kam.
Am 22. August 1912 wird der Körper in eine Grube bei Seespitz gezogen, fotografiert und von einer Wiener Kommission übernommen. Die Grube wird verfüllt. Ein Foto ist in keiner öffentlichen Sammlung erhalten, eine Inventarnummer gibt es nicht.
