Im Oktober 1899 durchschlug die Belegschaft der Gewerkschaft Beständige Treue über der Sieber einen Hohlraum, der auf keinem Riss des Reviers St. Andreasberg verzeichnet war. Steiger Wilhelm Ahlbrecht maß ihn aus: dreiundvierzig Meter tief, die Wände ohne eine einzige Werkzeugspur, ohne Ruß, ohne Zimmerung. Auf der Sohle stand ein Gerät auf einem Sockel, der ohne Fuge in den Fels überging. Ahlbrecht führte sein Steigerbuch seit neunzehn Jahren mit vier Zeilen je Schicht. Über diesen Fund schrieb er vier Seiten.
Im Frühjahr 1901 sammelte der Lehrer Karl Wietfeldt für den Harzverein für Geschichte und Altertumskunde die Sprache der Bergleute. Der Alt-Steiger Heinrich Bornemann gab ihm drei Namen für den Berg und bestand darauf, dass die Regeln der Alten keine Verbote seien, sondern Wartung. Bornemann hatte nie eine Clausthaler Akte gesehen. Ahlbrecht hatte nie mit Bornemann gesprochen.
Beide Stränge liegen hier nebeneinander: Bergamtsakte, Krankenblätter und ein 1924 falsch abgelegter Befahrungsbericht gegen die Überlieferung des Oberharzes. Die gewöhnlichen Erklärungen stehen ungeschwächt daneben — Feuersetzen, Arsen, Quecksilber, automatisches Schreiben. Sie tragen fast alles. Nur nicht die Reihenfolge.
Von wem, glauben Sie, hatte Bornemanns Großvater die Namen?
Diese Dokumentation stützt sich auf historische Aufzeichnungen, archäologische Forschung und lokale mündliche Überlieferung. Sie stellt belegte Befunde neben Fragen, die bis heute offen sind. Wo sich die Darstellungen unterscheiden, werden beide gezeigt. Nichts davon wird als abschließendes Ergebnis behauptet.
