16. September 2026

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1948 verloren die Deutschen 93 % ihrer Ersparnisse — wer bekam sie?

 

Am 20. Juni 1948 bekam jeder Deutsche vierzig Mark. Egal ob Fabrikbesitzer oder Tagelöhner. Ein Neustart für alle — so steht es im Schulbuch. Es war das Gegenteil.

Wer gespart hatte, verlor an diesem Wochenende über neunzig Prozent seines Vermögens: Aus hundert Reichsmark wurden am Ende sechs Mark und fünfzig Pfennig. Aber dieses Geld ist nicht verschwunden. Es wurde verschoben. Denn die Währungsreform stellte nicht alles um, sondern stellte auswählend um. Wer Häuser, Maschinen oder Ware besaß, blieb praktisch unberührt. Wer Schulden hatte, wurde über Nacht zu neunzig Prozent entlastet. Entscheidend war nicht Fleiß oder Glück, sondern die Form, in der man sein Vermögen hielt.

Dieses Video erzählt die vollständige Geschichte hinter dem 20. Juni 1948: warum die Reichsmark schon 1945 tot war, obwohl man es ihr nicht ansah. Wie drei amerikanische Ökonomen den Plan schrieben — und warum der Lastenausgleich, der die Sparer schützen sollte, aus der Reform herausgestrichen wurde. Was im abgeriegelten Konklave von Rothwesten wirklich verhandelt wurde. Und wie die Rechnung im Detail aussah.

Wir zeigen die vier Gewinner dieses Wochenendes — den Sachwertbesitzer, den Schuldner, den Händler mit vollem Lager und den größten Schuldner von allen, den Staat selbst. Und wir fragen, warum das Lastenausgleichsgesetz von 1952 im Grunde ein Eingeständnis war.

Am Ende steht eine Frage, die jeder für sich beantworten muss: Wenn 1948 noch einmal käme — in welcher Form hielten Sie Ihr Vermögen?

Quellen und weiterführende Literatur:
— Christoph Buchheim, Die Währungsreform 1948 in Westdeutschland
— Werner Abelshauser, Deutsche Wirtschaftsgeschichte seit 1945
— Lastenausgleichsgesetz (LAG), BGBl. 1952
— Altsparergesetz, BGBl. 1953