355.700 Euro für eine einzige Toilette, die an etwa sechs Tagen im Jahr gebraucht wird. Das ist kein Tippfehler, sondern ein echter Fall aus einem Buch, das gerade erschienen ist. Wer sich anschaut, wie es dazu kam, erkennt ein Muster, das sich durch viele dieser Fälle zieht.
Im Mittelpunkt stehen Beispiele öffentlicher Verschwendung aus dem neuen Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler. Das Kirmes-Klo im hessischen Hadamar kostet 355.700 Euro für rund sechs Nutzungstage im Jahr, gebaut auch deshalb, weil sonst Ende 2026 Fördermittel verfallen wären. In Neu-Anspach kosteten fünf Bäume rund 100.000 Euro, in Horumersiel wuchs ein Schwimmbad von geschätzten 4,6 auf rund 23 Millionen Euro. Dazu kommen das Deutsche Tapetenmuseum in Kassel für rund 35 Millionen, eine Dresdner Fahrradgarage mit über 16.000 Euro pro Stellplatz und der Regierungsflughafen am BER mit bis zu 2,5 Milliarden Euro.
Das Video richtet sich an alle Steuerzahler, die wissen wollen, wohin ihr Geld fließt. Hinter den Einzelfällen steht ein gemeinsames Muster: Förderprogramme setzen oft den Anstoß, nicht der tatsächliche Bedarf vor Ort, Kostenschätzungen fallen zu optimistisch aus, und Folgekosten bleiben ausgeblendet. Wichtig zur Einordnung: Herausgeber ist ein Interessenverband mit klarer politischer Linie, die Beispiele sind Bewertungen und keine Prüfberichte eines Rechnungshofs. Die Zahlen selbst stammen meist aus Haushaltsplänen, und alle hundert Fälle stehen kostenlos auf schwarzbuch.de, sortiert nach Bundesländern.
Das lernst du im Video:
Nachvollziehen, wie eine Toilette für 355.700 Euro zustande kommt
Erkennen, warum ablaufende Fördermittel Projekte anstoßen, die kaum gebraucht werden
Einordnen, warum eine 80-Prozent-Förderung die Kostenfrage vor Ort verschiebt
Verstehen, wie aus 4,6 Millionen am Ende 23 Millionen Euro werden
Beachten, warum ausgeblendete Folgekosten wie bei einem Museum teuer werden
Unterscheiden, was belegte Zahlen und was die Wertung eines Interessenverbands ist
Nutzen, wie du Fälle aus deiner Region auf schwarzbuch.de findest
Mitnehmen, warum sich der Blick auf die eigene Steuererklärung mehr lohnt
