16. Oktober 2026

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Autismusdiagnosen steigen um über 40 Prozent – ausgerechnet in den Jahren der Corona-Pandemie

 

Eine neue CDC-Studie liefert Zahlen, die Fragen aufwerfen: Zwischen 2019/20 und 2023/24 stieg der Anteil amerikanischer Kinder zwischen drei und 17 Jahren mit einer berichteten Autismusdiagnose von 3,1 auf 4,5 Prozent. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 40 Prozent innerhalb weniger Jahre. Bei den drei- bis fünfjährigen Kindern fiel die Zunahme besonders stark aus.

Der Zeitraum ist bemerkenswert: Er umfasst genau die Jahre der Corona-Pandemie – eine Phase massiver gesellschaftlicher Veränderungen und ab 2021 auch der Einführung der COVID-Impfungen. Deshalb liegt die Frage nahe, ob neben veränderter Diagnostik und früherer Erkennung auch Umwelt-, medizinische oder andere Faktoren zu dem Anstieg beigetragen haben könnten.

Die Studie beantwortet diese Frage nicht. Sie wurde auch nicht konzipiert, um einen möglichen Zusammenhang zwischen COVID-Impfungen und Autismus zu untersuchen. Aus den vorliegenden Zahlen lässt sich deshalb weder ein solcher Zusammenhang belegen noch aus dieser Studie widerlegen.

Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen zeitlicher Überschneidung und Kausalität: Dass zwei Entwicklungen im selben Zeitraum stattfinden, ist zunächst ein Signal für eine mögliche Forschungsfrage – aber noch kein Beweis dafür, dass die eine Entwicklung die andere verursacht hat.

Hinzu kommt ein wichtiger Einwand: Der Anstieg begann lange vor Corona und lange vor den COVID-Impfstoffen. Bereits eine frühere CDC-Analyse zeigte, dass die berichtete Autismusprävalenz von 1,1 Prozent in den Jahren 2009–2011 auf 2,5 Prozent 2015–2017 gestiegen war. COVID-Impfungen können diesen früheren Anstieg offensichtlich nicht erklären.

Trotzdem bleibt der jüngste Sprung bemerkenswert. Die Autoren der neuen Studie schreiben, die höheren Zahlen könnten unter anderem mit früherer Erkennung und größerem Bewusstsein zusammenhängen. Die Untersuchung beweist aber nicht, dass diese Faktoren den gesamten Anstieg erklären.

Wer deshalb behauptet, die neuen Zahlen bewiesen einen Zusammenhang mit COVID-Impfungen, geht über die Daten hinaus. Umgekehrt wäre es wissenschaftlich sinnvoll, mögliche Ursachen des starken Anstiegs mit geeigneten Studien zu untersuchen, statt aus einer reinen Prävalenzstudie Schlussfolgerungen zu ziehen, die sie gar nicht beantworten kann.

Zwar kommt eine von der WHO in Auftrag gegebene Auswertung zu dem Ergebnis, dass die vorhandenen Studien keinen kausalen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus belegen. Doch auch hier lohnt sich ein Blick auf die institutionellen Verflechtungen: Zu den größten Geldgebern der WHO gehören beziehungsweise gehörten mit der Gates Foundation und Gavi Organisationen, die selbst Milliarden in weltweite Impfprogramme investieren. Das beweist keineswegs, dass die WHO-Auswertung falsch ist – es macht jedoch deutlich, warum bei einer derart kontroversen Frage Transparenz über Finanzierung, Interessenkonflikte und die zugrunde liegenden Einzelstudien ebenso wichtig ist wie das Ergebnis der WHO selbst.

Vor allem beantwortet dieser Verweis die konkrete Frage der neuen CDC-Zahlen nicht: Warum stieg die berichtete Autismusprävalenz bei amerikanischen Kindern zwischen 2019/20 und 2023/24 innerhalb weniger Jahre um mehr als 40 Prozent? Die zeitliche Überschneidung mit der Pandemie und der Einführung der COVID-Impfungen ist kein Beweis für einen Zusammenhang. Sie ist aber ein Grund, mögliche Veränderungen dieses Zeitraums sauber und ergebnisoffen zu untersuchen, statt aus einer Prävalenzstudie Ursachen abzuleiten, die diese überhaupt nicht untersucht hat.

Der eigentliche Befund bleibt deshalb auch ohne Spekulation brisant genug: Innerhalb weniger Jahre ist die berichtete Autismusprävalenz bei amerikanischen Kindern um mehr als 40 Prozent gestiegen. Was diesen Anstieg vollständig erklärt, ist damit noch lange nicht beantwortet.

 

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