Im Frühjahr 1892 gab der Grund des Salzigen Sees bei Eisleben nach. Dreißig Millionen Kubikmeter Wasser liefen in die Kupferschiefergruben der Mansfelder Otto-Schächte, und die Gewerkschaft schickte einen Helmtaucher hinunter, um die Eintrittsstelle zu finden. Was er am Fuß einer von Hand gehauenen Felswand fand, wurde dreimal niedergeschrieben – und jede Fassung war kürzer als die vorige.
Die erste Aufzeichnung liegt in der Akte des Königlich Preußischen Oberbergamts in Halle: ein Tauchbuch, ein Bericht der Geologischen Landesanstalt, ein Brief aus der Mechanisch-Technischen Versuchsanstalt in Charlottenburg. Die zweite stammt aus keiner Amtsstube. Drei Jahre vor dem Einbruch schrieb ein Dorflehrer in Wansleben auf, was ihm ein alter Hauer über die Anfänge des Mansfelder Bergbaus erzählte – und über eine Regel, die älter sei als Nappian und Neucke.
Beide Aufzeichnungen beschreiben dasselbe, ohne voneinander zu wissen. 1894 war der See trockengelegt, der Trichter verfüllt, die Akte geschlossen. Die Skeptiker haben starke Argumente, und sie kommen in diesem Video vollständig zu Wort.
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Diese Dokumentation stützt sich auf historische Aufzeichnungen, archäologische Forschung und lokale mündliche Überlieferung. Sie stellt belegte Befunde neben Fragen, die bis heute offen sind. Wo sich die Darstellungen unterscheiden, werden beide gezeigt. Nichts davon wird als abschließendes Ergebnis behauptet.
