Peter Koenig
„Krieg kommt, Krieg kommt“ — es ersetzt nominell das „Die Russen kommen, die Russen kommen…“, und ja, es ist ein Gehirnwäschekrieg, und die NATO gewinnt ihn.
Die NATO kontrolliert ganz Europa über ihren langen Arm, die Europäische Union, die ihrerseits von der NATO minutiös gelenkt wird.
Die NATO hat gerade in der Schweiz gegen eine Volksinitiative für Neutralität gewonnen.
Durch die Kriegspropaganda der Schweizer Regierung einer Gehirnwäsche unterzogen, lehnten die Schweizer die Neutralitätsinitiative (NI) mit über 70 Prozent ab.
Die NI verlangte, daß die Schweiz tatsächlich ein neutrales Land sei und daß die Neutralität in der Schweizer Bundesverfassung verankert werde, was bislang nicht der Fall ist.
Was für überzeugte NATO-Anhänger ebenfalls wichtig zu wissen ist: „Die drei Musketiere“ — einer für alle und alle für einen —, der berüchtigte Artikel 5 der NATO-Satzung, gilt nicht mehr universell, wenn er das jemals getan hat.
Kurz gefaßt: Der Artikel benennt den NATO-Grundsatz der kollektiven Verteidigung. Er besagt, daß ein bewaffneter Angriff auf einen Mitgliedstaat als Angriff auf alle Mitglieder gilt.
Präsident Trump hat jedoch unmißverständlich klargemacht, daß die USA nicht mehr in Europa eingreifen würden; daß die europäischen NATO-Staaten für ihre eigene Verteidigung zuständig seien, daß sie zahlen müßten und bis 2035 rund 5 Prozent ihres BIP für ihren eigenen Militäretat aufwenden müßten, da die USA in der Vergangenheit genug bezahlt hätten. Es sei nun an den Europäern, für ihre eigenen bzw. NATOs Verteidigungs- (Kriegs-)kosten aufzukommen.
Der Wortlaut von Artikel 5 ist vage genug, um Raum für verschiedene Interpretationen zu lassen. Von Europa bis Ostasien stehen US-Verbündete vor einer schwierigen Frage: Wie weit würde Washington gehen, um sie zu verteidigen?
Begreift die Schweizer Regierung, die sich der NATO immer weiter annähert — oder, wie man es auch nennen könnte, sich intim mit der NATO einläßt —, was es bedeutet, von der NATO abhängig zu sein? Wahrscheinlich schon, und auf die eine oder andere Weise wird Druck auf sie ausgeübt, über die EU zu einer weiteren NATO-Marionette zu werden. Es gibt viele Arten des „Druckausübens“, einige davon grenzen an Erpressung.
Seien wir aber auch realistisch. Nicht aller Druck kommt von außen. Es gibt gewaltige Wirtschaftsinteressen innerhalb der Schweiz, die engere Beziehungen zur NATO wollen, und das beste Vehikel dafür ist die EU. Es ist eine wenig bekannte oder verstandene Tatsache, daß die Schweiz möglicherweise das einzige westliche Industrieland ist, das ihren Parlamentariern erlaubt, so viele Verwaltungsratsmandate in Konzernen, Banken, Versicherungsgesellschaften — was auch immer — zu bekleiden, wie sie möchten. Manche haben bis zu 30 Direktorenmandate.
Wo liegen wohl ihre primären Interessen? Gewiß nicht beim Volk, das sie vertreten sollen, sondern beim Unternehmensbereich, den sie repräsentieren.
Abgesehen von der kommenden NATO-Abhängigkeit zur Verteidigung gegen die russische Gefahr — die reine Angstphantasie und eingebildet ist, NICHT EXISTIERT, NIE EXISTIERT HAT — müßte die Schweiz ihren Militäretat bis 2035 von derzeit 6,3 Milliarden Franken (7,6 Milliarden Dollar bzw. 0,7 Prozent des BIP) auf zwischen 30 Milliarden Franken (3,5 Prozent des BIP) und 43 Milliarden Franken (5 Prozent des BIP) steigern — eine bis zu fünffache Erhöhung.
Woher käme das Geld? Stets aus denselben Quellen wie in Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und allen EU-Ländern — den Sozialbereichen: Renten, Gesundheitsversorgung, Arbeitslosenunterstützung und andere Armutsbekämpfungsprogramme.
Mit anderen Worten: gemessen an Schweizer Lebensstandards lag die Armutsgefährdungsquote 2025 bereits bei 16,4 Prozent — das heißt, einem Einkommen unter 60 Prozent des nationalen Medians. Die Armutsquote liegt bei 8,4 Prozent. In der Schweiz, einem der vermeintlich reichsten Länder der Welt, ist es ein Tabu, über Armut zu sprechen. Diese Militärausgaben würden durch verschiedene Steuererhöhungen, vor allem aber durch die Kürzung von Sozialausgaben finanziert. Dies könnte zusammen mit dem stetigen Zustrom von Einwanderern die Schweizer Armutsquote im kommenden Jahrzehnt erheblich steigen lassen.
Die Menschen müssen wissen, was sie zu erwarten haben, wenn sie ihrer Regierung erlauben, den NATO-Kurs fortzusetzen. Man bedenke: Diese Mittel aus dem Militärbudget werden größtenteils in den US-amerikanischen militärisch-industriellen Komplex fließen, oft für überteuerte Militärausrüstung — F-35-Kampfflugzeuge (für die kleine Schweiz völlig ungeeignet) und Patriot-Abwehrsysteme (ebenfalls wirkungslos gegen moderne Kriegsraketen), die noch nicht einmal geliefert wurden — und wenn und falls sie geliefert werden, könnten sie veraltet sein oder Jahre brauchen, bis sie mit ausgebildetem Militärpersonal ordnungsgemäß installiert sind.
Die NATO und ihre Kriege töten — das heißt, Bevölkerungsreduktion mit allen Mitteln (ein Kernelement der UN-Agenda 2030) — und machen dadurch die Reichen reicher. Jene Zionisten, die die Banken, die Wall Street, die City of London und natürlich den weltweiten militärisch-industriellen Komplex kontrollieren, kanalisieren Milliarden in dieselben Milliardärstaschen, während der Rest der Welt — hauptsächlich Europa und in gewissem Maße die USA — täglich ärmer wird.
Um beim „Krieg kommt“-Syndrom und der europäischen NATO-Vorherrschaft zu bleiben: NATOs Erdrutschsieg mit einem 70-Prozent-NEIN gegen die Neutralitätsinitiative ist eine kalte Lektion für andere europäische Neutralitätskandidaten — insbesondere Österreich und Irland.
Zur kurzen Erinnerung: 1815, nach Napoleons Niederlage, einigten sich die europäischen Mächte (Österreich, Frankreich, Großbritannien, Preußen, Rußland, Portugal, Spanien, Schweden) darauf, daß die Schweiz ein dauerhaft neutraler und unabhängiger Staat werden solle — teilweise weil die Schweizer Neutralität als im allgemeinen Interesse der europäischen Sicherheit liegend betrachtet wurde.
Dies war keineswegs eine der Schweiz aufgezwungene Neutralität. Zwischen 1813 und 1815 suchten die Schweizer Behörden aktiv nach internationaler Anerkennung der Schweizer Neutralität. Die Schweizer Neutralität war daher sowohl eine Schweizer politische Entscheidung als auch ein nach 1815 international anerkannter und garantierter Status.
Warum wurde dieser internationale Neutralitätsvertrag nie in der Schweizer Bundesverfassung verankert, zum Beispiel 1848, als die aktuelle Verfassung erarbeitet wurde?
Ein „Ja“-Votum am 27. September 2026 (letzten Sonntag) hätte die Schweiz zu einem Land der „Guten Dienste“ gemacht — einem Land, das bei Diplomatie hilft, zwischen kriegführenden oder im Konflikt befindlichen Parteien vermittelt, das Menschenrechte und die Genfer Konventionen durchsetzt, das KEINE Sanktionen verhängt, nur weil es dazu aufgefordert wird oder Geschäftsinteressen einem EU- oder US-„Sanktionsprogramm“ folgen wollen — etwa der Sanktionierung Rußlands, eines Landes, das der Schweiz nie Schaden zugefügt hat.
Die Schweiz wäre eine Nation geworden, die jeden anderen Staat gleich behandelt — keine Begünstigungen hier und Bestrafungen dort. Keine Sanktionen, sondern Unterstützung bei der Lösung von Problemen.
Die einzigen Sanktionen, die ein neutrales Land rechtmäßig übernehmen dürfte, sind vom UN-Sicherheitsrat beschlossene.
Unabhängige Erhebungen rund zwei Jahre vor dem NI-Votum vom 27. September 2026 ergaben, daß zwischen 70 und 80 Prozent der Bevölkerung eine unabhängige, souveräne und NEUTRALE Schweiz wollten.
Wie kam es zu dieser Anomalie eines 70-Prozent-NEIN zur NI? Durch eine beständige und wohlüberlegte Angstpropaganda — in der Tat eine ungeheuerliche Lügenpropaganda — der Schweizer Regierung, die die Schweizer Bevölkerung schrittweise einer Gehirnwäsche unterzog mit dem Glauben: „Putin könnte in die Schweiz einmarschieren, wie er es in der Ukraine getan hat.“
Erstens hat Putin die Ukraine nicht „überfallen“. Es gibt eine lange Geschichte, die bis weit vor 2014 (den von den USA und der EU angezettelten Maidan-Putsch in Kiew) zurückreicht, von NATO-Provokationen und ungeheuerlichen ukrainischen Nazi-Morden an russischsprachigen Bevölkerungen, hauptsächlich in den östlichen Donbas-Regionen der Ukraine (die Nazi-Azow-Bataillone, die mit Hitler gegen Rußland kämpften und noch immer aktiv sind). Bis zur russischen Intervention im Februar 2022 wurden mehr als 14.000 Zivilisten — 70 Prozent Frauen und Kinder — in den Donbas-Gebieten ermordet. Laut Jens Stoltenberg, dem ehemaligen NATO-Generalsekretär, begann der aktuelle Ukraine-Konflikt bereits 2014 oder davor. Seine eigenen Worte.
Aber die meisten Schweizer oder Europäer — oder US-Amerikaner, für diesen Fall — haben von diesen Geschichtsdetails keine Ahnung, weil ihnen nie die Wahrheit gesagt wird. Und wenn eine Lüge oft genug wiederholt wird, wird sie zur Wahrheit. Der ungerechtfertigte Putin-Haß ist eine jener „Wahrheiten“.
Wie überzeugt die Schweizer Regierung — sowohl die Exekutive (sieben Bundesräte) als auch die Legislative (Zweikammerparlament, nach US-Vorbild kopiert, als die aktuelle Schweizer Verfassung von 1848 erarbeitet wurde) — die 9 Millionen Schweizer Bürger, über die sie herrscht [die Demokratie ist zu einem bloßen Feigenblatt geworden], von solch aberranten Angstlügen?
Ganz einfach.
Die Schweizer Medien sind wie die Medien keines anderen westlichen Landes gekauft.
Das sind die von künstlicher Intelligenz gelieferten Zahlen zu Schweizer „Subventionen“ für die Schweizer Medien: 160 Franken pro Kopf (rund 200 Dollar) — 3,5mal höher als die durchschnittliche EU-Subvention (EU-Durchschnitt rund 47 Franken Äquivalent) und 120mal höher als die US-Subvention (rund 1,35 Franken Äquivalent). Das allein erzählt eine Geschichte, die offiziell nie erzählt wurde.
Diese Subventionen könnten ebensogut „Korruption“ genannt werden; und sie erklären gewiß, wie der Lügenmechanismus — die Angst- und Kriegstreiberei — so effizient funktioniert, um eine 70- bis 80-Prozent-Neutralitäts-JA-Meinung innerhalb von zwei Jahren in ein 70-Prozent-NEIN-Votum zu verwandeln.
Schlimmer noch: die überwiegende Mehrheit der Schweizer hat keine Ahnung, daß der staatliche Lügenapparat größtenteils aus ihren Steuergeldern finanziert wird.
Das Beispiel in diesem Artikel ist die winzige Schweiz im Herzen Europas. Doch dieselben Grundregeln — oder Lügenmechanismen — gelten in der gesamten westlichen Welt, der EU sowie den USA, und zunehmend auch in Lateinamerika, da die Monroe-Doktrin 2.0 — gleichnamig auch Donroe-Doktrin genannt — von Donald Trump und seinem Außenpolitik-Handler Marco Rubio umgesetzt wird.
Ein Großteil Mittelamerikas und der größte Teil Nord- und Westsüdamerikas funktioniert bereits nach Monroe/Donroe-2.0-Regeln: El Salvador, Guatemala, Panama, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru, Argentinien, Chile — um nur einige zu nennen.
Und wenn es noch schlimmer kommen kann: Die Krieg-kommt-Lüge, oder das Kriegsschweine-Syndrom, wie Alex Krainer es nennt (Alex Krainers Substack, 26. September 2026), wird auch subtil in Schulen gepflanzt.
Europäische Führungspersönlichkeiten — angefangen beim aggressivsten ehemaligen britischen Premierminister Boris Johnson (jenem, der das Friedensabkommen zwischen Kiew und Moskau, vermittelt in Istanbul, Türkei, im März 2022, sabotierte), gefolgt von Frankreichs Emmanuel Macron und Deutschlands Friedrich Merz, und natürlich in geringerem Maße anderen EU-Ländern — bereiten ihre jungen Generationen, junge Männer und Frauen, Europas Zukunft, darauf vor, sich mental auf Krieg einzustellen, bereit zu sein, ihr Vaterland gegen Rußland zu verteidigen. Mit anderen Worten: bereit zu sein, Kanonenfutter für die Reichen und Mächtigen zu werden, die Ein-Welt-Politiker.
Es gibt Hoffnung. Und die Hoffnung besteht darin, diese Wahrheit zu den Menschen zu bringen.
Die Massen MÜSSEN aus ihrem Komfortschlummer erwachen, damit sie die Regierungslügen nicht länger einfach hinnehmen — genauer gesagt: ihre eingepflanzten Regierungslügen.
Denn heute wurde keine westliche Regierung vom Volk gewählt.
Sie alle wurden von „unsichtbaren“ ausländischen Mächten eingesetzt — von jenen, die über das westliche Währungssystem herrschen, einschließlich jener, die die City of London und den damit verbundenen Wall-Street-Bankapparat kontrollieren.
Peter Koenig ist geopolitischer Analyst, regelmäßiger Autor bei Global Research und ehemaliger Ökonom bei der Weltbank und der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wo er über 30 Jahre lang weltweit tätig war. Er ist Autor von „Implosion — An Economic Thriller about War, Environmental Destruction and Corporate Greed“ und Mitautor von Cynthia McKinneys Buch „When China Sneezes: From the Coronavirus Lockdown to the Global Politico-Economic Crisis“ (Clarity Press, November 2020). Peter ist Research Associate des Centre for Research on Globalization (CRG) und nichtresidenter Senior Fellow des Chongyang Institute der Renmin University, Peking.
