Was passiert mit einer Erfindung, wenn die US-Regierung entscheidet, dass die Öffentlichkeit sie nicht sehen darf?
Seit 1951 erlaubt der amerikanische Invention Secrecy Act, Patentanmeldungen aus Gründen der nationalen Sicherheit mit Geheimhaltungsanordnungen zu versehen. Die betroffenen Erfinder dürfen ihre Technologie nicht veröffentlichen, verkaufen oder öffentlich darüber sprechen. Tausende solcher Geheimhaltungsbefehle sind dokumentiert.
Diese Dokumentation untersucht, was dieser rechtliche Rahmen für Energieinnovationen bedeutet – und wo die Grenze zwischen berechtigter Geheimhaltung und technologischer Unterdrückung verläuft. Im Mittelpunkt stehen Nikola Tesla und sein Patent zur Nutzung von Strahlungsenergie, Thomas Henry Morays umstrittenes „Radiant Energy Device“ und Stanley Meyers Behauptungen über die Aufspaltung von Wasser.
Dabei geht es auch um Fälle, bei denen der Einfluss wirtschaftlicher Interessen wesentlich besser dokumentiert ist: die Demontage elektrischer Straßenbahnsysteme in den USA, das Ende des GM EV1 und der politische Kampf um Kaliforniens Emissionsvorschriften.
Doch eine entscheidende Unterscheidung bleibt bestehen: Dass ein System die Geheimhaltung von Erfindungen ermöglicht, beweist nicht, dass funktionierende „Freie-Energie“-Technologien tatsächlich unterdrückt werden. Einige der bekanntesten Behauptungen sind wissenschaftlich höchst umstritten oder widersprechen etablierten physikalischen Prinzipien.
Die eigentliche Frage lautet deshalb anders: Wie viel technologische Entwicklung findet außerhalb der öffentlichen Kontrolle statt? Und wer entscheidet letztlich darüber, welche Erfindungen die Welt sehen darf – und welche niemals veröffentlicht werden?
Ist der Invention Secrecy Act ein notwendiges Instrument der nationalen Sicherheit oder ein blinder Fleck im amerikanischen Patentsystem?
