Im Februar 1908 schlägt ein Hauer in einem Querschlag bei Freiberg ins Leere. Hinter der Ortsbrust liegt ein Hohlraum, den kein Grubenriss kennt: fünf Kammern aus Sinter, eine hinter der anderen, und in der Wand jeder Kammer eine Tür aus drei Blöcken, alle fünf auf einer Peilung. Die fünfte ist zu. Der Markscheider misst, die Bergakademie bestimmt den Stein, und im April 1908 schließt das Oberbergamt die Sache mit einem Absatz: ausmauern, keine weitere Befahrung.
Siebzehn Jahre zuvor schreibt ein Lehrer der Freiberger Bergschule die Rede eines alten Hauers auf: Hinter der Wand des Alten Mannes liegt das Haus, Stube hinter Stube, und die letzte Tür ist zu. Die Hauer des östlichen Feldes fahren dienstags nicht ein. Er zeichnet fünf Rechtecke und ein Kreuz auf dem fünften.
Zwei Aufzeichnungen in zwei Archiven, keine kannte die andere. Beide beschreiben dieselben Stuben und dieselbe geschlossene Tür. Seit 1908 steht eine Mauer davor. Niemand hat sie geöffnet.
Wer, glauben Sie, hat die letzte Tür geschlossen, und von welcher Seite?
