16. September 2026

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Iran mobilisiert seine Bevölkerung: 1.000 neue Widerstandsbataillone – Vorbereitung auf die nächste Eskalationsstufe?

 

Während der Krieg und die Spannungen mit den USA und Israel anhalten, treibt Iran offenbar den Aufbau einer breiteren zivilen Verteidigungsstruktur voran. Die Initiative „Jan Fada-ye Iran“ hat angekündigt, 1.000 sogenannte nationale Widerstandsbataillone auszubilden und zu organisieren. Der Aufruf wird inzwischen nicht nur über iranische Medien verbreitet – auch per SMS wird für die Teilnahme an militärischen und medizinischen Ausbildungskursen geworben.

Militärisch umfasst ein Bataillon typischerweise grob 300–1.000 Personen. Würde Iran den Begriff in dieser klassischen Grössenordnung verwenden, ergäbe das: 1.000 Bataillone × 300–1.000 = etwa 300.000 bis 1 Million Menschen.

Die Ankündigung stammt vom „Volksstützpunkt Jan Fada-ye Iran“. In dessen erster Mitteilung heißt es, nach dem grossen Zuspruch für die Kampagne seien die notwendigen Abstimmungen mit den iranischen Streitkräften erfolgt. Nun seien die Voraussetzungen geschaffen worden, um Freiwillige militärisch sowie in Erster Hilfe auszubilden und anschließend in insgesamt 1.000 „nationalen Widerstandsbataillonen“ zu organisieren. Mehrere iranische Medien veröffentlichten die Erklärung nahezu wortgleich.

Der auf dem vorliegenden Foto sichtbare SMS-Aufruf passt exakt dazu. Darin werden Interessierte aufgefordert, sich ab Dienstag, 24. Schahriwar 1405, um 17 Uhr – dem 15. September 2026 – über die Internetseite „janfadaa.ir“ für kostenlose militärische und medizinische Ausbildungskurse anzumelden. In den veröffentlichten Mitteilungen wird zusätzlich die Möglichkeit genannt, die Ziffer „1“ an die Kurzwahlnummer 30001155 zu senden.

Besonders bemerkenswert ist, dass es offenbar nicht bei diesen 1.000 Einheiten bleiben soll. In der Erklärung heißt es, weitere Aktivitäten der „Jan Fada“-Teilnehmer in anderen Bereichen, die für die Verteidigung des Landes benötigt würden, sollten demnächst bekanntgegeben werden. Das deutet zumindest nach Darstellung der Organisatoren darauf hin, dass hier eine längerfristige Mobilisierungsstruktur entstehen soll und nicht lediglich ein einmaliger Erste-Hilfe-Kurs.

„Jan Fada“ bedeutet sinngemäss „bereit, sein Leben zu opfern“. Die Kampagne entstand bereits früher im Jahr im Kontext des Krieges. Im April meldeten iranische Stellen, Millionen Menschen hätten sich der Initiative angeschlossen; auch Präsident Masoud Pezeshkian erklärte damals öffentlich seine Unterstützung. Die staatliche iranische Wohlfahrtsorganisation berichtete später sogar von mehr als 23,4 Millionen registrierten Unterstützern – diese Zahl stammt allerdings von iranischen Behörden und lässt sich nicht unabhängig verifizieren.

Damit bekommt die Kampagne nun eine neue Qualität. Aus einer politischen Solidaritätsbewegung soll zumindest teilweise eine organisierte und militärisch ausgebildete Freiwilligenstruktur werden. Entscheidend ist dabei der Satz aus der offiziellen Erklärung, wonach die notwendigen Abstimmungen mit den Streitkräften bereits erfolgt seien. Es handelt sich nach eigener Darstellung der Initiative also nicht einfach um private Bürger, die eigenmächtig paramilitärische Gruppen bilden. (مشرق نیوز)

Das politische Signal ist kaum zu übersehen: Iran bereitet offenbar nicht nur seine regulären Streitkräfte auf eine Fortsetzung des Konflikts vor, sondern beginnt damit, Teile der Bevölkerung systematisch für militärische und medizinische Verteidigungsaufgaben auszubilden. Wie gross diese Bataillone tatsächlich werden, welche Bewaffnung sie erhalten und welcher militärischen Kommandostruktur sie später unterstehen sollen, geht aus den bislang veröffentlichten Angaben allerdings nicht hervor.