16. Oktober 2026

Projekt Forum

Neuigkeiten / Berichte / Informationen

US-Aufmarsch vor Iran: Tausende Soldaten, Marines und Spezialkräfte – Teheran bereitet sich auf eine Bodeninvasion vor

 

Während Washington erneut Tausende Soldaten, Marines und Kriegsschiffe in den Nahen Osten verlegt, erklärt die iranische Armee, sie habe ihre Eliteverbände entlang der Grenzen in Stellung gebracht. Teheran rechnet offenbar weiterhin mit der Möglichkeit amerikanischer Bodentruppen auf iranischem Territorium. Diese Sorge kommt nicht aus dem Nichts: Bereits seit Monaten berichten große US-Medien über konkrete Pentagon-Planungen für Bodenoperationen gegen Iran.

Die jüngste Entwicklung verschärft die Lage zusätzlich. Anfang Oktober bestätigte ein US-Beamter gegenüber Associated Press, dass Washington rund 9.000 Soldaten und Marines auf mehreren Kriegsschiffen in den Nahen Osten verlegt. Bis Ende Oktober könnten sich dort drei amerikanische Flugzeugträger befinden.

Die Washington Post berichtet parallel über Vorbereitungen für einen möglichen massiven Ausbau der amerikanischen Seestreitkräfte. Im Raum stehen bis zu drei Flugzeugträgergruppen, begleitet von Zerstörern sowie den amphibischen Verbänden Makin Island und Boxer. Zusammengenommen könnten diese Kräfte fast 20.000 Soldaten umfassen und etwa 150 Kampfflugzeuge in die Region bringen.

Damit baut Washington nicht nur seine Fähigkeit zu Luft- und Raketenangriffen aus. Amphibische Verbände mit Marines sind ausdrücklich dafür ausgerüstet, Kräfte vom Meer aus an Land zu bringen.

Pentagon plante bereits wochenlange Bodenoperationen

Besonders brisant ist, dass mögliche amerikanische Bodeneinsätze gegen Iran keineswegs erst jetzt diskutiert werden.

Bereits Ende März berichtete die Washington Post unter Berufung auf US-Regierungsbeamte, das Pentagon bereite sich auf wochenlange Bodenoperationen in Iran vor. Tausende amerikanische Soldaten und Marines wurden damals in die Region verlegt. Geplant wurden dem Bericht zufolge keine Irak-ähnliche Besetzung des gesamten Landes, sondern begrenztere Operationen mit Spezialkräften und regulärer Infanterie.

Reuters bestätigte den Bericht. Demnach könnten die Pentagon-Pläne Einsätze von Special Operations Forces sowie konventionellen Infanterieeinheiten umfassen. Gleichzeitig war ausdrücklich offen, ob Präsident Donald Trump diese Operationen tatsächlich genehmigen würde.

Als mögliche Ziele tauchten strategisch entscheidende Punkte auf: die iranische Insel Kharg, über die ein erheblicher Teil der iranischen Ölexporte läuft, sowie Küstengebiete an der Straße von Hormus.

Marines, Fallschirmjäger, Navy SEALs und Rangers

Noch deutlicher wurden die Vorbereitungen durch Berichte von CBS News.

Mehrere mit den Planungen vertraute Quellen erklärten dem Sender im März, Pentagon-Verantwortliche hätten detaillierte Vorbereitungen für die Entsendung amerikanischer Bodentruppen nach Iran getroffen. Militärkommandeure hätten konkrete Anforderungen eingereicht, um eine solche Option vorzubereiten.

Dabei ging es nicht nur um Planspiele auf Papier. Das Pentagon bereitete die Verlegung von Teilen der 82nd Airborne Division vor. Gleichzeitig wurden Marine Expeditionary Units mit Tausenden Marines in Richtung Nahost geschickt. CBS berichtete sogar von militärischen Besprechungen darüber, wie gefangengenommene iranische Soldaten und Angehörige paramilitärischer Verbände behandelt und wohin sie gebracht werden könnten.

Später berichtete CBS, dass sich Hunderte amerikanische Spezialkräfte, darunter Navy SEALs und Army Rangers, sowie Tausende Marines und Fallschirmjäger bereits in der Region befanden. Die Kräfte verschafften Trump verschiedene militärische Optionen gegen Iran – darunter Operationen an der Straße von Hormus, auf Kharg oder zur Sicherstellung iranischer Bestände angereicherten Urans.

Im Sommer wurden zudem weitere Szenarien bekannt: US-Militärplaner untersuchten, wie amerikanische Kräfte gemeinsam mit Spezialisten des Energieministeriums iranisches hochangereichertes Uran lokalisieren, sichern und aus Iran entfernen könnten. CBS betonte allerdings ausdrücklich, dass auch diese Überlegungen keine Entscheidung für einen Einsatz darstellten.

Iran: Eliteverbände stehen an den Grenzen

Vor diesem Hintergrund bekommt die jüngste Erklärung der iranischen Armee besonderes Gewicht.

Brigadegeneral Mohammad Akraminia, Sprecher der iranischen Armee, erklärte am 3. Oktober gegenüber der Nachrichtenagentur Fars, Elitekräfte und Brigaden der iranischen Bodentruppen seien entlang der Grenzen stationiert worden. Nach seiner Darstellung habe diese Aufstellung den USA die Möglichkeit zu einer Bodeninvasion genommen. Die Verbände befänden sich weiterhin auf ihren Positionen.

Akraminia argumentiert damit, dass die bislang öffentlich stärker wahrgenommenen Luft- und Luftverteidigungsoperationen nur einen Teil der iranischen Kriegsführung darstellten. Auch das Heer habe eine zentrale Aufgabe: mögliche amerikanische Bodenoperationen abzuschrecken beziehungsweise bereits an den Grenzen abzufangen.

Ob die iranische Stationierung tatsächlich einen amerikanischen Einmarsch verhindert hat, lässt sich unabhängig nicht belegen. Bemerkenswert ist jedoch, dass Teherans Befürchtungen mit öffentlich bekannten amerikanischen Militärplanungen zusammentreffen.

Keine klassische Irak-Invasion – aber konkrete Bodenoptionen

Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen einer umfassenden Invasion und Besetzung Irans und begrenzten amerikanischen Bodenoperationen.

Für eine bereits beschlossene Großinvasion nach dem Muster des Irakkriegs 2003 gibt es derzeit keinen öffentlich belastbaren Beleg. Washington hat auch nicht bekannt gegeben, dass eine solche Operation unmittelbar bevorsteht.

Sehr wohl dokumentiert sind dagegen Pentagon-Planungen für amerikanische Soldaten auf iranischem Boden: Spezialkräfteoperationen, amphibische Landungen, Einsätze regulärer Infanterie, eine mögliche Einnahme strategischer Inseln oder Küstengebiete sowie Missionen zur Sicherung iranischen Nuklearmaterials.

Hinzu kommt jetzt der erneute massive US-Aufmarsch. Tausende weitere Soldaten und Marines werden in die Region gebracht, zusätzliche amphibische Verbände stehen bereit und bis zu drei Flugzeugträger könnten sich gleichzeitig im Nahen Osten befinden.

Das bedeutet noch nicht, dass eine Bodenoperation beschlossen wurde. Es bedeutet aber, dass Washington militärische Kräfte zusammenzieht, die dem Präsidenten genau diese Option offenhalten.

Auf iranischer Seite wird offenbar entsprechend geplant.

Während Washington seine militärischen Möglichkeiten erweitert, stehen iranische Eliteverbände nach Angaben der eigenen Armeeführung weiterhin entlang der Grenzen bereit. Damit geht die Konfrontation längst über Luftangriffe und die Blockade beziehungsweise Kontrolle der Straße von Hormus hinaus.

Die Möglichkeit amerikanischer Soldaten auf iranischem Boden ist nicht mehr nur ein theoretisches Szenario: Das Pentagon hat entsprechende Operationen konkret geplant, dafür geeignete Kräfte in die Region verlegt – und Iran richtet seine Verteidigung ausdrücklich auf genau diesen Fall aus.

Quellen:

 

US-Aufmarsch vor Iran: Tausende Soldaten, Marines und Spezialkräfte – Teheran bereitet sich auf eine Bodeninvasion vor